Kienspan finden – Wie und Wo?

Wie und Wo finde ich Kienspan, das Gold des Waldes? Wie muss ich ihn bearbeiten? Erfahre das und einiges mehr in diesem Beitrag.

Inhaltsverzeichnis

Kienspan, auch genannt Gold des Waldes, ist der beste Naturbrennstoff den ihr finden könnt. Wenn es darum geht ein Feuer zu entzünden, führt kein Weg am Kienspan vorbei. Doch wo gibt es diesen Kienspan?

Auf euren Touren durch den Wald seid ihr bestimmt schon viele Male an Kienspan vorbeigelaufen, ohne es zu merken.


Wenn ihr euch fragt, wieso das ist oder ob ihr eine neue Brille braucht, kann ich euch beruhigen. Kienspan ist zwar der beste Brennstoff den ihr finden könnt, er ist aber schwer zu beschaffen. Du wirst ihn nur finden, wenn du an den richtigen Stellen suchst. Und selbst dann brauchst du immer noch ein bisschen Glück um auch richtig fündig zu werden.

Was ist Kienspan eigentlich?

Dabei handelt es sich um ein stark mit Harz angereichertes Stück Holz. Dieses Harz enthält viele ätherische Öle und Terpentin. Diese brennen hervorragend und haben viele weitere tolle Eigenschaften.


Du kannst ein Stück dieses Holzes nutzen, um für eine Zeit Licht zu haben, wenn keine Kerze zur Hand ist. So wurde es bis ins 19. Jahrhundert genutzt. Es war lange Zeit die beste Quelle für Licht. Sie sind auch der Grund für rußig schwarze Decken in alten Gebäuden.

Wie entsteht Kienspan?

Kienspan entsteht nach einer äußeren Verletzung des Baumes. Es ist ein natürlicher Prozess, der sozusagen zum Immunsystem des Bauems gehört. Wenn der Baum verletzt wird, transportiert er vermehrt Harz zu der verletzten Stelle. Dieses verschließt dann die Stelle.


Wenn wir uns verletzen, sorgen spezielle Faktoren in unserem Blut dafür, dass es sich verdickt, gerinnt und eine schützende Kruste bildet. Das Harz tut für den Baum dasselbe. Nach dem Austreten des Harz verschwinden die flüchtigen Teile nach und nach und Harz erstarrt bzw. trocknet.


Aber mit dem ausgetretenen Harz ist es nicht getan. Dieses kannst du zwar ebenfalls als Brandbeschleuniger nutzen oder um Regenfeste Fackeln zu bauen, allerdings suchen wir ja nach Kienspan. Zusätzlich lagert sich auch Harz im Baum an. Um die Stelle der Verletzung wird überschüssiges Harz im Holz eingelagert. Nach einer Zeit erhärtet auch dieses Harz. Es lagert in den Transportkanälen ab. Das Holz verkient.

Wo finde ich Kienspan?

Im Namen steckt bereits das Wort “Kien”. Eine Kiefer kann man auch als Kienbaum bezeichnen. Schon erschließt sich uns der Fundort dieses Schatzes.

Wir suchen nach einer Kiefer mit äußerlichen Verletzungen oder Harzaustritten. Du kannst eine Kiefer gut an der rauen und groben Borke mit großen, leicht abzureißenden Brocken erkennen.

In Deutschland ist die Waldkiefer die am häufigsten angebaute Baumart. Sie kommt selten aber auch natürlich vor.

Soll es schnell gehen, suchst du einfach nach einer Kiefer mit abgebrochenem Ast. Dieser sollte zu Lebzeiten abgebrochen sein. Diesen sägst du dann einfach nah am Stamm ab. Im Aststummel, den du jetzt in Händen hältst, sollte eine deutlich orange Verfärbung erkennbar sein. Wenn du am Holz riechst, sollte es außerdem klar nach Harz riechen. Mit ein wenig Glück findest du so flott etwas Kienspan.

Aber wo suchen, wenn man Zeit hat und größere Mengen sucht?

Hierfür musst du nach einer gefällten Kiefer Ausschau halten. Suche am besten in einem Kiefernwald nach einem Baumstumpf. Wenn du noch etwas Borke erkennen kannst, identifiziere so den Baum. Desto älter der Stummel desto leichter kannst du erkennen, ob eine Chance auf Kienholz besteht.


Während normales Holz schnell vermodert, bleibt Kienholz dank des Harzes auch nach Jahren noch hart und stabil. Du siehst dir deinen gefundenen Stummel also genau an. Versuche das morsche Holz zu entfernen und sieh, ob du einen harten Teil finden kannst, der beim darauf klopfen, noch gut klingt.


Einen kleinen Stumpf kannst du nach einigem Rütteln vielleicht sogar aus dem Boden ziehen. Wenn dir das gelingt, ist die Wurzel dein Ziel. Diese hat den Stamm auch nach dem Fällen des Baums noch eine lange Zeit mit Harz versorgt. Wenn aber kein Stamm da ist um das Harz zu verbrauchen, bleibt es natürlich in Stumpf und Wurzel gespeichert.

Nachdem du deinen Kienspan nun gefunden hast, kannst du anfangen ihn aus dem Holz heraus zu schneiden.

Wie verarbeite ich Kienspan?

Halte eine Säge, ein Beil und dein Messer bereit. Als Erstes sägst du die Wurzel an und überprüfst, ob wirklich Kienholz da ist. Danach muss das Holz freigelegt werden. Dafür kannst du je nach Größe deines Werkstücks dein Beil oder Messer verwendet werden.


Entferne die gesamte Rinde und Holz, das kein Harz enthält. Wenn du dein Stück freigelegt hast, kannst du es spalten. Dann packst du deinen Kienspan ein, nimmst ihn mit nach Hause und legst ihn zum trocken hin.


Wenn du das nächste Mal ein Feuer mit deinem neuen Zunder machen möchtest, kannst du einfach kleine Stückchen von deinem Span abschaben. Diese lassen sich leicht mit einem Feuerzeug oder Feuerstahl entzünden. Sie brennen recht lange. Das gibt dir Zeit weiteren größeren Zunder und Brennmaterial in der Flamme zu entzünden. Füge Birkenrinde und keine Stöcke hinzu. Arbeite dich einfach hoch bis zu der gewünschten Holzgröße.

Fazit

So … das ist also Kienspan und so findest du ihn. Ich empfehle euch definitiv selbst mal auf die Suche nach diesem Gold des Waldes zu gehen. Es wird vielleicht eine Weile dauern bis ihr erfolgreich seid.

Es ist allerdings ein sehr befriedigendes und ertragreiches Unterfangen, wenn ihr erfolgreich seid. Viel Spaß mit eurem neuen Wissen und viel Glück auf der Suche!

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Bis zum nächsten Mal.

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Hey! Ich bin Moritz und ich heiße dich herzlich auf meiner Seite willkommen! Ich bin von der Natur begeistert und hoffe diese Begeisterung auch in dir wecken zu können! 

Ich bin gerne im Westerwald nördlich von Koblenz unterwegs. Wenn ich mich nicht durch den Wald schlage, bin ich am Rhein angeln!