Baumkunde: Die Kiefer

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Hey! – Mein Name ist Moritz Maskos. Ich heiße dich ganz herzlich auf meiner Seite willkommen. Vom schönen Koblenz aus starte ich meine Abenteuer in den Westerwald. In meinen Blogbeiträgen berichte ich dir von meinen Abenteuern und spreche über Ausrüstung, Buschraft-Techniken und noch vieles mehr! 

Wer oder Was ist eigentlich diese Kiefer und was kann die alles? Lerne welche Rohstoffe die Kiefer dir bietet und wie du sie nutzen kannst!

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Baumkunde: Die Kiefer

Lesezeit: 5 Minuten


Die Kiefer ist ein in Deutschland weitverbreiteter Baum. Unter natürlichen Umständen wird sie zwar von anderen Bäumen verdrängt und in die Randgebiete gezwungen.

Aufgrund ihres Holzes ist sie aber ein beliebter Baum bei Waldbesitzern und wird daher seit Jahrhunderten großflächig angebaut. Daher ist sie auch der zweithäufigste Baum unserer Wälder.

Aber nicht nur in Deutschland erfreute sich die Kiefer großer Beliebtheit. In vielen vergangenen Kulturen bis zurück zu den Ägyptern war die Kiefer als ertragreiche Nutzpflanze bekannt. Auch in vielen Ritualen der europäischen Kulturen war die Kiefer wichtig.

Dem Harz wurden beispielsweise Unheil abwendende Kräfte zugesprochen. Zum Schutz wurde das Harz über die Tür gehängt oder um den Hals getragen.

In Zeiten, als noch kein elektrisches Licht zur Verfügung stand, wurde der Kienspan genutzt um Räume zu erhellen. Die geschnitzten Stöckchen wurden zusätzlich in Harz getaucht und angezündet. In einer Art Kerzenständer konnten sie auf den Tisch gestellt werden.

Wie können wir diesen Baum heute noch für uns nutzen? Welche Ressourcen liefert er uns?

Der größte Vorteil der Kiefer liegt wohl in der Brennbarkeit des Holzes. Wie für Nadelbäume üblich, produziert auch die Kiefer intensiv Harz.

Dieses tritt dann beispielsweise an verletzten Stellen aus der Rinde und wird für uns nutzbar. Du kannst es mit einem Messer leicht abschaben und nutzen um dein Feuer zu beschleunigen.

Lege dir am besten einen kleinen Beutel oder ein Döschen zu, in dem du kleine Mengen an Harz mitführen kannst. So hast du immer etwas Brandbeschleuniger dabei, auch wenn keine Kiefer in der Nähe ist.

Kienspan – Das Gold des Waldes

Wie du den Kienspan finden kannst, hab ich bereits in einem extra Blogbeitrag erklärt. Klicke einfach hier! Vielleicht grade so viel. Am besten suchst du nach einer gefallenen Kiefer oder einem stehengebliebenen Stumpf.

Suche den Baum nach abgebrochenen Ästen ab und säge diese so knapp wie möglich am Stamm ab. Dort solltest du immer eine kleine Menge Kienspan finden können. Alternativ bieten sich Baumstümpfe von Kiefern an.

Nachdem der Baum gefällt wurde, arbeiten die Wurzeln noch weiter und fördern Harz. Jetzt ist aber kein Baum mehr da, der das Harz aufnimmt. Das Ergebnis – Der Stumpf und die Wurzeln verkienen unnatürlich stark.

Verkientes Holz verfault nicht und bleibt immer Hart. Wenn du einen alten Stumpf findest, bearbeite ihn also mit deiner Axt und schaue, ob du einen harten Kern finden kannst. Hier ist es dann auch möglich Kienspan zu finden, der schon fast wie Bernstein aussieht und nahezu durchsichtig ist. Das Gold des Waldes!

Wenn der Kienspan mit dem Messerrücken zu feinen Spänen geschabt wird, lässt er sich sehr leicht mit einem Feuerstahl entzünden.

Kiefer als Nahrungsquelle

Nadeln und Samen

Hier hört die Kiefer aber nicht auf. Auch für den kleinen Hunger zwischendurch hat sie einige Lösungen parat. Die Nadeln verschiedener Arten lassen sich sehr gut essen.

Sie haben einen sehr hohen Vitamin C Gehalt und einen herben, harzigen Geschmack. Zum Verspeisen eignen sich vor allem die jungen grünen Nadeln und Triebe.

Du kannst aber auch die auf dem Boden liegenden Zapfen der Kiefer nutzen um dich zu ernähren. Wenn du sie auseinandernimmst, kommst du an die Samen im inneren heran.

Diese stellen eine gute Proteinquelle dar und können auch gut geröstet werden. Beim Bushcraften der perfekte Snack. Kombiniere das mit ein paar gebratenen Maden und Nadeln und du hast dein eigenes Bushhandwerker Studentenfutter zusammengestellt.

Kiefernnadel Tee

Aus den Nadeln lässt sich auch hervorragend ein Tee zubereiten. Einfach eine Handvoll der Nadeln mit ins Wasser geschmissen und über dem Hobo ziehen lassen.

Die antibakteriellen und Immunsystem stärkenden Wirkstoffe der Nadeln gehen dann in den Tee über. An kalten Tagen im Wald ein klasse Getränk.

Je nachdem welche Baumart du genau verwendest, kann der Geschmack stark variieren. Am besten probierst du also mal den ganzen Wald durch, bis du deinen Lieblingsbaum gefunden hast.

Kauharz/-pech – natürlicher Kaugummi

Das Harz der Kiefer, welches durch Verletzungen der Borke nach außen tritt, verfestigt sich nach einiger Zeit an der Luft, da die flüchtigen Bestandteile verschwinden.

In diesem Prozess durchläuft es verschiedene Stadien der “Reife”. Halte Ausschau nach einem Stück Harz, mit einer leicht weiß-gelblichen Verfärbung. Es sollte bei Berührung nicht mehr kleben und sich sehr fest anfühlen.

Wenn das Harz noch zu frisch und klebrig ist, verklebt es dir beim Kauen nur die Zähne. Es lässt sich aber hervorragend lutschen. Zu altes würde einfach zerbröseln. Am besten sind keine groben Verschmutzungen an deinem Harzbrocken.

Diese kannst du aber auch einfach mit dem Messer entfernen. Im Inneren des Brockens ist die Färbung etwas heller weißlicher als auf der Außenseite. Wenn du deinen Brocken gefunden hast, nimm ihn in den Mund und lutsche ihn erst für einige Minuten.

Du kannst dann langsam anfangen ihn zu kauen wie einen Kaugummi. Fängst du sofort an zu kauen, würde das Kaupech zerbrechen.

Durch die Inhaltsstoffe des Harzes wird der Speichelfluss stark angeregt. Das unterdrückt für einige Zeit dein Hungergefühl. Außerdem wirkt es im Mund antibakteriell.

Daher ist es ein wunderbares Mittel für die Zahlpflege im Wald. Das Kaupech der Kiefer ist allerdings recht selten zu finden. Du kannst aber auch Harz anderer nicht giftiger Nadelbäume dafür verwenden.

Würzen mit der Kiefer

Die älteren trockenen Nadeln der Kiefer können in gemahlener oder gerösteter Form auch als Gewürz eingesetzt werden. Sie besitzen einen außergewöhnlichen Geschmack, den man sonst in der Küche nicht zu schmecken bekommt.

Einen Versuch ist es auf jeden Fall wert. Tastet euch zu Beginn aber langsam heran und überdosiert nicht aus Versehen. Die Nadeln geben eine leichte Zitrusnote, schmecken ab recht bitter.

Du kannst die Nadeln auch verwenden um mit Zucker und Wasser ein Sirup aufzukochen. Dieses kannst du später zum süßen mit extra Harznote verwenden

Die Kiefer ist ein wunderbarer Baum, der uns auf unseren Abenteuern in der Wildnis unterstützen kann. Wenn es hart auf hart kommt, müssen wir alle Möglichkeiten ausnutzen können. Welche Erfahrungen habt ihr bereits mit der Kiefer gemacht.

Fallen euch noch weitere Möglichkeiten einen wie der Baum eingesetzt werden kann?

Schaut gerne auch auf meiner Instagram Seite vorbei, um noch weitere Bilder von mir und meinen Bushcraft Touren zu sehen.

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