Wildkunde – Haarwild A-Z

In diesem Beitrag geht es um die wesentlichen Physiologischen Eigneschaften von Haarwild. Vom Knochengerüst bis zur Verdauung.

Inhaltsverzeichnis

Wildkunde – Haarwild A-Z

Einführung zum Haarwild

Die ersten Säugetiere haben sich bereits vor vielen dutzend Millionen Jahren entwickelt. Die ersten Säugetiere waren die Kloakentiere, wozu das noch heute lebende Schnabeltier gehört. Funde in Südamerika belegen die Existenz dieses spezialisierten Säugetiers bereits vor 70 Millionen Jahren.

Sie teilen drei wichtige Merkmale mit anderen Säugetieren. Das sind die drei kleinen Knochen im Ohr (Hammer, Amboss und Steigbügel), Haare sowie die Ernährung der Jungen mit Milch. Das später entwickelte Haarwild ist allerdings kein Nachfahre des Schnabeltiers. Bei diesem handelt es sich um einen spezialisierten Seitenarm in der Entwicklung. Denn das Schnabeltier säugt zwar, legt aber Eier.

Diese Tiere werden daher auch als Ursäuger bezeichnet und entwickelten sich bereits vor 200 Millionen Jahren. Die uns besser bekannten höheren Säugetiere, auch als Plazentatiere bezeichnet, entwickelten sich vor 125 Millionen Jahren. Dabei entwickelte sich der Embryo wie auch bei uns Menschen in der Gebärmutter, verbunden mit dem Blutkreislauf der Mutter.

Zu den Säugetieren bzw. dem Haarwild, das in Deutschland jagdrechtlich relevant ist, gehören eine Reihe von Ordnungen. Darunter die Paarhufer wie das Rotwild, Raubtiere wie Fuchs, Luchs und Marder wie auch Nagetiere wie das Murmeltier und Hasentiere wie der Feldhase oder das Wildkaninchen.

Skelettsystem & Muskulatur

Skelett und Muskeln sind die grundlegenden Strukturen, die es den Säugetieren erlauben sich fortzubewegen. Der Bewegungsapparat wird dementsprechend in den aktiven Teil, die Muskulatur und den passiven Teil, das Skelett, unterteilt.

Die Muskulatur umschlißt außerdem verschiedene Körperhöhlen, die Platz für die Eingweide und Organe bieten.

Das Skelett des Kopfes lässt sich bei Säugetieren in drei verschieden Bestandteile unterteilen. Den Hirn-, und Gesichtsschädel sowie den Unterkiefer. Der Hirnschädel und das Gesicht werden am hinteren Rand der Augenhöhlen getrennt. Sie umschließen zum einen Das Gehirn und der Gesichtsschädel die Nasenhöhlen.

Der Unterkiefer bildet die knöcherne Grundlage für die Mundhöhle.

Skelett des Stammes

Der Kopf endet mit dem Hinterhauptbein und geht dort in den Skelettstamm über, der die gesamte Wirbelsäule umfasst. Der Übergang zwischen Schädel und Halswirbel ist das Genick.

Die Halswirbel sind äußerst beweglich. Wie auch die gesamte restliche Wirbelsäule sind die einzelnen Kochenteile durch Zwischenwirbelscheiben voneinander isoliert und gepolstert. Zwischen dem Schädel und dem Ersten, wie auch zwischen dem Ersten und Zweiten Wirbel gibt es keine Bandscheiben.

Die Bandscheiben sind faserknorpelige Gebilde. Sie bestehen aus einem äußeren Ring und einem inneren weicheren Kern. Dieser lässt sich nicht komprimieren, aber verformen und macht so die Bewegungen und Federwirkung der Wirbelsäule möglich. Die Bandscheiben machen bis zu 25 % der Gesamtlänge der Wirbelsäule aus.

Im Normalfall sind 7 Halswirbel vorhanden. Auf diese folgen die Brustwirbel. Sie sind von Art zu Art in unterschiedlicher Zahl vorhanden. Auch unterscheiden sie sich in der Höhe der Dornfortsätze. Diese Fortsätze bilden den Widerrist. Diese Fortsätze sitzen aber nicht direkt auf den Wirbeln, sondern auf den Wirbelbögen. Diese bilden zusammen mit dem Wirbel den Spinalkanal, in dem das Rückenmark geschützt verlaufen kann.

Die Brustwirbel sind jeweils links und rechts mit einer Rippe verbunden. Diese Rippenknochen verlaufen nach Vorne zur Brust und gehen dort von einem knöchernen Teil in einen knorpeligen Teil über, der dann an das Brustbein ansetzt. Zusammen bilden die Wirbel, Rippen und das Brustbein den Brustkorb. In dieser Höhle findet das Herz und die Lunge Platz.

Es folgt die Lendenwirbelsäule die beim Menschen aus 5, bei Huftieren meistens aus 6 und bei Raubtieren oft aus 7 Lendenwirbeln besteht. Diese sind wenig beweglich und tragen die gesamte Last des Rumpfes. Sie geben diese an das Kreuzbein weiter. Die Dornfortsätze sind flach und breit. Dafür sind die Querfortsätze ausgeprägt. Hier setzen Muskeln und Bänder an. Bei den Brustwirbeln sitzen die Rippen an diesen Fortsätzen.

Auf den Lendenbereich folgt das Kreuzbein. Bei jungen Tieren besteht dieses noch aus einzelnen Knochen. Die Zwischenwirbelscheiben verschwinden allerdings schon sehr früh. So wachsen die einzelnen Wirbel zu einem massiven Stück zusammen.

Die Anzahl der Schwanzwirbel kann stark variieren und bewegt sich zwischen 3 und 23 einzelnen Wirbeln. Beim Menschen bilden die Wirbel das Steißbein.

Damit sind wir am Ende der Wirbelsäule angekommen. Jetzt fehlen noch die Gliedmaßen, dann haben wir das komplette Skelettsystem des Haarwilds verstanden und erläutert.

Skelett der Gliedmaßen

Die beiden Gliedmaßenpaare sind sich in Ihrem Aufbau sehr ähnlich. Sie bestehen aus 4 Abschnitten. Dem Schultergürtel bzw. dem Hüftbein, Oberarm- und Oberschenkelbein, dem Unterarm- und Unterschenkelknochen sowie dem Vorder- und Hinterfuß.

Die Vorderläufe besitzen einen Schultergürtel. Hier setzt das Schulterblatt als flacher Knochen an den Brustkorb an. Das Schulterblatt ist aber nicht mit einem Gelenk verbunden sondern wird durch Muskeln gehalten und in seiner Bewegung eingeschränkt.

An der Unterseite setzt das Oberarmbein an. Dieses ist nach hintern offen beweglich und mit einem Gelenk am Blatt befestigt. Dieser Knochen ist dann wiederum mit Elle und Speiche des Unterarms verbunden. Die beiden Knochen lassen sich bei den Raubtieren wie auch bei uns Menschen einzeln bewegen. Bei allen Schalenwildarten sind die beiden miteinander verwachsen. Die Speiche hat die Aufgabe übernommen, die Last des Rumpfes zu übertragen. Die Elle ist zurückgebildet. Wie Stark ist Artabhängig und unterscheidet sich.

Das was man dem Aussehen nach als Kniegelenk des Schalenwilds bezeichnen würde ist also eigentlich das Handgelenk. Genauer sitzt dort das Vorderfußwurzelgelenk. Hier beginnt ein dreiteiliger Fuß, der bei den Vorderläufen wie auch Hinterläufen gleich ausgebildet ist.

Beim Schalenwild sind vorne wie hinten 4 Zehen ausgebildet. Die 3. und 4. Zehe besitzen die ausgebildeten Schalen, auf denen das Wild fußt. Die Zehen 2 und 5 sind stark zurückgebildet und werden als Afterzehen oder Geäfter bezeichnet.

Beim Schwarzwild, das ebenfalls zum Schalenwild gehört, sind diese Geäfter noch deutlich ausgeprägter. Aus diesem Grund sind beim Schwarzwild auch noch 4 Mittelfußknochen ausgebildet. Beim restlichen Schalenwild sind es vorne und hinten jeweils nur 2 Knochen.

Der Aufbau der Hinterläufe ist ähnlich dem der Vorderläufe. Der Schultergürtel wird ersetzt mit dem Hüftbein. Daran schließt der Oberschenkelknochen, der nach vorne offen beweglich ist. Nur an den Hinterläufen kann von Knien die Rede sein, weil hier eine Kniescheibe vorhanden ist.

Am Sprunggelenk befindet sich außerdem das Fersenbein, welches nach hinten oben absteht und der Achillessehne als Ansatzpunkt dient.

Kreislaufsystem

Das Kreislaufsystem besteht im wesentlichen aus dem Herzmuskel und der Lunge. Das Zusammenspiel der beiden ermöglicht den Blutkreislauf und die Versorgung mit Sauerstoff für jede Zelle des Körpers.

Das Herz ist ein kräftiger Muskel, der mit einer Pumpe verglichen werden kann. Er ist in vier verschiedene Kammern eingeteilt. Zum einen ist das Herz vertikal durch eine Scheidewand in die linke und rechte Hauptkammer unterteilt. Diese sind horizontal von ihren Vorkammern abgeteilt.

Diese Trennung des Herzen ist wichtig. Denn hier kommen zwei verschiedene Arten von Blut zusammen, die sich nicht mischen sollten. Sauerstoffreiches- und Sauerstoffarmes Blut.

Das Herz wird über ein separates Nervensystem gesteuert, das nicht willentlich gesteuert werden kann.

Das Herz pumpt sauerstoffarmes Blut über die Lungenarterie in die Lunge. Hier befinden sich viele kleinste Blutgefäße, die sich um die Lungenbläschen legen. An dieser Schnittstelle findet dann der Gasaustausch statt. Das Sauerstoffarme Blut hat einen hohen CO2 Anteil. Dieses wird an die Lunge abgegeben. Gleichzeitig nehmen die roten Blutkörperchen Sauerstoff auf. Von der Lunge fließt das Blut durch die Lungenvenen zurück in den rechten Vorhof. Von hier in die rechte Hauptkammer. Das Herz pumpt das Sauerstoffreiche Blut anschließend über die Brustaorta zurück in den Körper.

Die Halsarterie transportiert Blut ins Gehirn und die Bauchaorta zu den verschiedenen Organen des Rumpfs und der Hintergliedmaßen. In den Kapilargebieten von Leber, Magen-Darm, Becken und Hintergliedmaßen wird das Blut dann umgewandelt. Es gibt seinen Sauerstoff ab und nimmt das bei der Verbrennung in den Zellen entstandene CO2 wieder auf.

Von hieraus geht es über die hintere Hohlvene zurück zum Herzen. Magen-Darm und Leber sind über die Pfortader miteinander verbunden. Das venöse (Sauerstoffarme) Blut fließt von den Kappilaren des Darms darüber zur Leber und dann weiter in die Hohlvene. Von der Linken Herzkammer wird das Blut dann wieder in die Lunge und der Gasaustausch wie auch der Blutkreislauf beginnt von neuem.

Die Lunge ist zweigeilt und liegt um das Herz herum. Die Luftröhrenwurzel teilt sich in einen Bronchialbaum, der an verschiedene Lungenlappen anschließt. Die Lunge besitzt keine eigene Muskulatur. Der Hauptmuskel, der die Atembewegung herbeiführt ist das Zwerchfell, sowie einige kleinere Muskeln. Das Lungengewebe ist schwammig und rosa-rot gefärbt.

Verdauungssystem

Das Verdauungssystem beginnt bereits im Mund. Hier wird die Nahrung grob zerkleinert und der Speichel hilft den Nahrungsbrei für die weitere Verarbeitung vorzubereiten. Über den Schlund gelangt die Nahrung dann in den Magen.

Bei den Schalenwildarten, mit Ausnahme des Schwarzwilds mündet der Schlund in den Pansen. Das ist bei den Wiederkäuern der größte der 3 Vormägen.

Bei den anderen Haarwildarten ist nur ein Magen vorhanden. Man nennt sie in diesem Zusammenhang auch Monogastrier.

Der Pansen – Die Speicherkammer des Verdauungsystems

Der Pansen der Speicher des Verdauungssystems. Hier kommt der gekaute Nahrungsbrei nach der Aufnahme an. Die Innenschleimhaut des größten Vormagens ist mit einer Vielzahl von Zotten besetzt. Sie dienen der Aufnahme von hochkalorischen Fettsäuren. Im Winter, wenn weniger Nahrung zur Verfügung steht, verringert sich als Anpassung auch die Anzahl der Zotten im Pansen.

1. Schleudermagen, 2. Dorsaler (rückenseitiger) Pansensack, 3. Ventraler (Bauchseitiger) Pansensack, 4. Recessus ruminis – Pansenbucht, 5 & 6. Pansenblindsack, 7. bis 12. Pansenfurche, 13. Panseninsel, 14. Pansen-Netzmagen-Furche, 15. Netzmagen, 16. Labmagen, 17. Speiseröhre, 18. Milz

Der Pansen ist in einige verschiedene Segmente unterteilt. Vorrangig in zwei verschiedenen Hälften. Den Rückenseitigen- wie auch den Bauchseitigen-Pansensack. Der vordere Teil des hinteren Teils wird als Schleudermagen bezeichnet. Dieser Abschnitt ist mit der Milz verwachsen. Sie sitzt direkt auf dem Pansen. Von hier entspringt auch die Blutversorgung des Pansen. Vornehmlich durch die linke und rechte Pansenarterie, die beide aus der Milzarterie entspringen.

Die beiden Pansensäcke sind nach hinten durch die rücken- und bauchseitige Kranzfurche von den beiden Pansenbildsäcken getrennt. Bei den Hirschen (Cervidae) sind drei dieser Blindsäcke vorhanden.

Nach vorne in Richtung Netzmagen ist der Pansen durch die Pansen-Netzmagen-Furche getrennt.

Der Netzmagen – Hier wird sortiert

Der Netzmagen (lat. Reticulum) wird auch Haube genannt. Seine Schleimhaut weißt Falten auf, die zu 4 oder 6 eckigen Haubenzellen zusammenlaufen. So entsteht eine Netzartige Struktur.

Der Netzmagen sortiert den Nahrungsbrei, der aus dem Pansen kommt. Bereits fermentierte Nahrung wird an den Blättermagen weitergegeben. Futterpartikel, die noch zu fest sind, kommen zurück in den Pansen. Der Netzmagen ist auch für die Einleitung des Wiederkäuens zuständig. Durch seine Kontraktion wird die rückwärtswirkende Kontraktion der Speiseröhre ausgelöst, die den unverdauten Brei wieder nach oben transportiert. Nach erneutem Kauen geht es wieder zurück in den Pansen.

Der Blättermagen

Der Blätttermagen liegt zwischen dem Labmagen und dem Netzmagen. Im Inneren hat der auch Löser genannte Magen etwa 100 Falten, die sich wie die Seiten von Büchern darstellen.

Seine Hauptaufgabe liegt im resorbieren von Wasser und wasserlöslichen Nahrungsbestandteilen. Der Nahrungsbrei wird hier also eingedickt indem Wasser herausgepresst wird. Dies geschieht durch die Eigenmotorik in den Zwischenräumen der Falten.

Der Labmagen – Der Hauptmagen der Verdauung

Der Labmagen bei den Wiederkäuern entspricht dem Magen der Monogastrier wie uns Menschen. Durch die Magensäure wird der PH-Wert des Nahrungsbreis gesenkt und körpereigene Enzyme beginnen die Verdauung. Milchsaugende Jungtiere haben den sogenannten Schlundrinnenreflex. Beim Trinken wird der Pansen geschlossen und die Milch gelangt direkt in den Labmagen. So wird eine Fehlfementierung verhindert und die Milch kann im Magen korrekt verwertet werden.

Aus den Labmägen von Kälbern wird das Lab gewonnen, das wir für die Produktion von Süßmilchkäsesorten verwenden. Denn wie auch im Magen der Kälber sorgt das Labferment für die Spaltung des Kaseins in der Milch, was zu einer Gerinnung der Milch führt, die dann weiterverarbeitet werden kann.

Das Darmsystem

Vom Labmagen bewegt sich die Nahrung durch den Dünndarm. Dieser beginnt mit dem sogenannten 12 Fingerdarm. Nach diesem Abschnitt folgt das Jejunum. Dieser obere Abschnitt des Dünndarm wird auch als Leer- oder Kranzdarm bezeichnet. Hier intensiviert sich die Resorption in den venösen Blutkreislauf.

Auf den Dünndarm folgt der Dickdarm. Dieser beginnt mit dem Blinddarm. Bei Wiederkäuern ist das eine voluminöse Gärkammer. Beim Menschen ist dieser stark zurückgebildet und hat eigentliche keine Funktion mehr. (Er wartet nur darauf sich entzünden zu können)

Auf den Blinddarm folgt der Grimmdarm. Dieser wird medizinisch auch Kolon genannt. Er ist der mittlere Darmabschnitt und unterscheidet sich bei Fleisch- und Pflanzenfressern deutlich. Es gibt viele Tierartspezifische Unterschiede. Bei den Wiederkäuern ist er noch maßgeblich an der Aufspaltung und Verwertung der Zellulose beteiligt.

Daran schließt der letzte Abschnitt, der Mastdarm (Rektum) an.

Rotwild Losung
Die Losung des Rotwilds – Das Ende des langen Wegs durch den Verdauungstrakt

Fortpflanzung

Die Säugetiere haben alle eine Intrauterine Schwangerschaft gemeinsame. Das bedeutet, dass das Jungtier sich innerhalb der Gebärmutter entwickelt. Dort wird es durch die Plazenta mit dem Blutkreislauf der Mutter verbunden und mit wichtigen Nährstoffen versorgt.

Jede Art hat eine andere Tragzeit. Die Jungetiere werden nach der Geburt in zwei verschiedene Kategorien unterteilt. Die Nesthocker und die Nestflüchter. Diese Unterscheidung kommt durch die unterschiedlichen Entwicklungsstadien zusammen, mit denen die Tiere gesetzt werden.

Nesthocker sind meist Nackt und Blind. Sie können nach der Geburt, den Bau oder das Nest nicht verlassen. Deswegen werden sie auch geschützt gesetzt. Nestflüchter sind bereits kurz nach der Geburt in der Lage dem Muttertier zu folgen. Sie kommen mit voll entwickelten Sinnesorganen und auch einem Haarkleid auf die Welt.

Zu den Nesthockern gehören verschiedene Raub- und Nagetierarten. Jungtieren von Huftieren sind Nestflüchter.

Haut und Duftdrüsen

Die Haut ist eine wichtiges Organ, die eine Vielzahl von Aufgaben und Funktionen erfüllt. Die Behaarung schützt das Tier vor Infektionen und Verletzungen. Über die Durchblutung und Schweißdrüsen können die Tiere ihre Körpertemperatur regeln.

Eine wichtige Funktion, die wir auch aktiv beobachten können ist der Haarwechsel. Dieser findet im Herbst / Winter statt. Das kurze Sommerhaar wird deutlich länger und verändert sich in seiner Farbe meistens in einen dunkleren Grau oder Schwarzton. Zusätzlich zur normalen Behaarung kommen auch die kürzeren Winterwollhaare dazu. Diese dienen als wichtige Wärmeisolierung und stützen sich auf die längeren Deckhaare. Sie fallen im Frühling in Büscheln wieder aus.

Ebenfalls aus der Haut und Artabhängig an verschiedensten Stellen befinden sich die Drüsen. Diese Duftorgane sorgen für einen Artspezifischen Geruch, der einer verbesserten Innerartichen Identifizierung dient. So ist es auch einfach andere Gerüche von Raubtieren oder Menschen zu differenzieren und entsprechend zu reagieren.

Die Duftdrüsen sind außerdem sehr wichtig für den Ablauf der Paarung.

Sinne

Beim jagdlich relevanten Haarwild ist der wichtigste Sinn der Gehörsinn. Dieser ist noch wichtiger als der Gesichtssinn, denn er dient der innerartlichen Kommunikation. Auch werden darüber Störgeräusche wahrgenommen, die von einer Gefahr wie einem Räuber ausgehen könnten bewertet.

Der Gesichtssinn ist häufig nicht optimal ausgeprägt und beschränkt sich zum Beispiel auf das Erkennen von Bewegungen oder das Sehen im Nahbereich.

Gebiss

Das Haarwild teil sich einen gemeinsamen grundlegenden Bauplan für das Gebiss. Dieses Grundgerüst hat sich an die verschiedenen Nahrungsarten der einzelnen Spezies angepasst.

Gemeinsam haben sie allerdings, dass alle Zähne außer den Molaren Backenzähnen, einen Zahnwechsel durchmachen. Von den Milchzähnen zu den Bleibenden Zähnen. Das kennen wir auch von uns Menschen.

Das Grundgerüst des Säugergebisses besteht aus 3 Schneidezähnen ( Incisivus 1-3), 1 Eckzahn (Caninus), 4 Prämolaren und 3 Molaren. Diese Zahnanordnung gilt dann für jede Seite des Ober- oder Unterkiefers.

3 / 1 / 4 / 3 = 11

Daraus ergibt sich die Gesamtzahl der Zähne von 44. Diese Zahnformel gilt zum Beispiel für das Allersfresser-Gebiss des Schwarzwild. Wiederkäuendes Wild wie das Rotwild besitzt ein spezialisiertes Gebiss mit einer anderen Zahnformel. Die Eckzähne sind nur klein ausgeprägt und Molaren und Prämolaren dafür deutlich größer. Das hilft beim zerreiben von Pflanzenfasern. Bei Wölfen sind dafür zum Beispiel die Eckzähne, die Caninus, deutlich stärker ausgeprägt. Auch die Schneidezähne sind kräftiger.

Fleischfresser haben dementsprechend ein Gebiss mit schneidenden Zähnen und Pflanzenfresser ein Gebiss mit mahlenden Zähnen.

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