Pilzkunde – Der Fliegenpilz

Der Fliegenpilz unter der Lupe. Was kann er und wie wird er bestimmt. Lerne es hier!

Inhaltsverzeichnis

Essbarkeit: Giftig

Der erste Teil der Reihe “Pilzkunde”. Hier stelle ich euch jede Woche einen ausgewählten Gift oder Speisepilz vor. So könnt ihr jede Woche eure Pilzkenntnisse erweitern und seid gewappnet für den nächsten Ausflug in den Wald.

Der Pilz dieser Woche? – Der Fliegenpilz!

Auf Wunsch einer Leserin behandeln wir heute den Fliegenpilz.

Fliegenpilz

Der Amanita muscaria

Der Fliegenpilz ist der wohl bekannteste Pilz, der in unseren Wäldern wächst. Er zeichnet sich wohl vor allem durch seinen roten Hut aus.

Dieser wird im Schnitt zwischen 3 und 18 Zentimetern groß. Der Hut kann auch eine orange Färbung haben. Der Stiehl und die Lamellen sind weiß. Die Basis kann warzig sein. Ein Gürtelartiges Velum ist ebenfalls vorhanden. Unter der Huthaut ist das Fleisch Orange gefärbt.

Der Pilz wächst zwischen Juli und November. Er kommt hauptsächlich in Nadelwäldern vor.

Die Sporen haben auch eine weiße Färbung. Der Geruch ist nur leicht vorhanden. Wenn er wahrgenommen wird, ist er angenehm pilzig.

Der Geschmack ist ebenfalls angenehm pilzig. Aus diesem Grund galt er auch in manchen Regionen, beispielsweise im alten Preußen, als Speisepilz. Manche wackere Pilzliebhaber verwenden ihn auch heute noch als Speisepilz. Alle anderen verwenden ihn “nur”noch als Heilpilz.

Hut3 bis 18 cm, rot bis orangerot, weiße Schüppchen
StiehlWeißlich bis gelblich, warzige Basis, gürtelartiges Velum
LamellenWeiß, frei bis leicht angewachsen
Gift Ibotensäure, Muscimol
Sporenweiß
Geschmackpilzig
GeruchPilzig, nur leicht vorhanden
RingWeißlich bis leicht gelb

Bildquelle

Der Fliegenpilz kommt in verschiedenen Kulturen zu unzähligen Zwecken zum Einsatz. Viele Völker wie z.B. auch einige aus Sibirien nutzen den Pilz für seine berauschende Wirkung, denn diese kann sich äußerst stark entfalten.

Die Symptome des Rausches ähneln denen eines starken Alkoholrausches. Es kommt zu Orientierungslosigkeit und Verwirrtheit. Dabei soll auch starke Euphorie vorkommen.

Vergiftung

Wird der Pilz gegessen, kann es aber zu starken Magen-Darm Beschwerden kommen. Die Art der Vergiftung nennt man auch Pantherina-Syndrom.

Der Hauptwirkstoff des Fliegenpilzes Muscimol entsteht beim Trocknen des Pilzes aus Ibotensäure. Es führt zu einer großen Vielfalt an Symptomen.

Das Syndrom zeigt sich durch verschiedene verstärkte Stimmungen von Euphorie, Angstgefühlen und Depressionen sowie einer gestörten Wahrnehmung der Umgebung.

Es kommt oft zu Krämpfen und Muskelzuckungen. Nach dem Rausch folgt ein langer Schlaf. Danach hat man zwar keinen Kater, kann sich aber auch nicht mehr an alles erinnern, was im Rausch passiert ist.

Wo liegt die tödliche Dosis dieses Pilzes? Das ist schwer zu sagen. Allerdings müsste man schon mehr als 10 komplette Fliegenpilze essen, damit es wirklich lebensbedrohlich wird.

Ich muss allerdings klar davon abzuraten, den Fliegenpilz zu konsumieren. Es ist und bleibt ein Giftpilz, auch wenn es unwahrscheinlich ist sich tödlich zu vergiften. Vor allem zu Beginn der Vergiftung kann es zu starken Symptomen kommen.


Vielen Dank für eure Zeit. Ich hoffe, ihr habt wieder etwas gelernt. Zum Abschluss nochmal mein klarer Appell. Esst niemals Pilze, von denen ihr nicht zu 100 % wisst um welche Art es sich handelt.

Riskiert nicht eure Gesundheit für einen Pilz mehr oder weniger. Wenn ihr sicher seit, sucht einen offiziellen Pilzsachverständigen auf.

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Bleibt sauber und bis zum nächsten Mal!

Die perfekte Pilzpfanne

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Ich bin gerne im Westerwald nördlich von Koblenz unterwegs. Wenn ich mich nicht durch den Wald schlage, bin ich am Rhein angeln!