Die perfekte Feuerstelle bauen

Es gibt viele verschiedene Arten von Feuerstellen. Hier erfährst du welche das sind und wie du sie bauen kannst. Vom Tipifeuer bis zur Dakotafeuer. Lerne Feuer zu machen wie die Indianer.

Inhaltsverzeichnis

In diesem Beitrag möchte ich mit euch die verschiedenen Arten von Feuerstellen durchgehen, die ihr auf euren Bushcraft Abenteuern bauen könnt. Sie alle haben verschiedene Eigenschaften und Verwendungszwecke. Daher ist es Sinnvoll sie alle zu kennen, um das richtige Feuer in der aktuellen Situation wählen zu können.

Tipifeuer

Das einfachste und wohl bekannteste Feuer in dieser Liste. Um das Feuer zu bauen, wird das Brennmaterial so geschichtet, dass die Stöcke gegeneinander lehnen und sie die Spitzen oben treffen, ähnlich wie bei den Balken eines Tipi-Zelts. Dadurch entsteht im inneren ein kleiner Freiraum, der mit Zunder gefüllt wird. Sobald dieser sich entzündet ziehen die Flammen von den Seiten Luft heran und sie steigen nach oben. Dann fangen auch die gröberen Äste schnell Feuer.

Das Tipi Feuer ist Grundlage für die meisten komplexeren Feuer und wird genutzt, wenn schnell und mit wenig Material ein Feuer errichtet werden muss.

Jägerfeuer

Beim Jägerfeuer handelt es sich um eine weiterentwickelte Form des Tipifeuers. Wenn es zu starken Wind gibt, kann es dieser nicht nur dein Feuer ausblasen, sondern auch Zunder wegtragen oder starken Funkenflug verursachen. Um das zu verhindern, wird beim Jägerfeuer ein Windbrecher vor das Feuer gesetzt. Dieser besteht aus zwei großen Ästen. Diese werden in einem V gegen die Windrichtung ans Feuer gelegt und leiten so den Wind vom Feuer. Zusätzlich kann man bei der richtigen Wahl der Hölzer auch problemlos Töpfe und Pfannen auf den Windbrecher gestellt werden, um zu kochen.

Langfeuer

Bei dieser Art des Lagerfeuers steht weniger das Zubereiten von Nahrung im Vordergrund. Es geht vor allem darum über die Nacht eine ordentliche Wärmequelle zur Verfügung zu haben. Natürlich kann man mit diesem Feuer trotzdem kochen.

Wenn wir aufgrund eines fehlenden ausreichenden Unterstandes von unserem Feuer mit Wärme versorgt werden müssen, ist das Langfeuer eine gute Wahl, um unseren Körper nachts warmzuhalten. Ihr errichtet das Feuer am besten in einer kleinen Vertiefung, die ihr ungefähr einen Meter bzw. eine Schrittlänge entfernt von eurem Körper aushebt. Das Feuer sollte dabei der Länge eures Körpers entsprechen. Bei den Vorbereitungen für euer Langfeuer, müsst ihr eine extrem große Menge Holz bereitlegen, wenn das Feuer die ganze Nacht brennen soll. Aufgrund der Größe des Feuers, könnt ihr euch zum Glück sparen, kleine Scheite zu spalten und verwendet stattdessen einfach lange Stücke Totholz. Wenn das Feuer ordentlich in Gang ist, sind diese genauso gut geeignet. Wenn ihr die nötige Zeit habt, könnt ihr auf der anderen Seite des Feuers der Länge auch einen Reflektor aus Holz bauen. Dieser verhindert, dass die Wärme einfach so verfliegt und speichert die Wärme zusätzlich. Er wirft die Wärme des Feuer auf euch zurück.

Tunnelgrubenfeuer (Dakotafeuer)

Diese spezielle Art der Feuerstelle wurde von den namensgebenden Dakota-Indianern verwendet. Es eignet sich hervorragend, um eine effektive Kochstelle zu errichten. Bei diesem Feuer werden zwei Löcher ausgehoben, die etwa 60 cm voneinander entfernt liegen. Anschließend werden beide mit einem Tunnel verbunden. Der Tunnel sollte einen Durchmesser von ungefähr 15 Zentimetern haben und die Gruben in etwa 30 Zentimeter unter der Erde liegen. Eines dieser beiden Löcher bietet Platz für dein Feuer und das andere liefert den nötigen Sauerstoff für eine ordentliche Flamme. Über dem Loch mit der Flamme kannst du dann dein Essen zubereiten. Durch dieses Feuer hast du keine offene Flamme und kaum Funkenflug. Du wirst relativ viel Brennstoff benötigen, weil das Feuer durch den selbsterzeugten Luftzug stark brennt.

Pagoden/Blockhüttenfeuer

Beim Blockhüttenfeuer werden Äste der dicke nach sortiert aufeinandergeschichtet. Die dickeren Äste kommen nach unten. Der Aufbau erfolgt wie bei einer Blockhütte. Der Zwischenraum des Holzes wird mit Zunder ausgefüllt. Weil der entstehende Zwischenraum sehr groß ist, muss das verwendete Holz sehr trocken sein. Ansonsten wird es sich nur schwer entzünden. Diese Art des Feuers ist zum Kochen eher ungeeignet. Es wird bei größeren Lagerfeuern oder Festfeuern häufig eingesetzt.

Spaltblockfeuer

Wenn du einen großen Stamm zur Verfügung hast, kannst du auch ein Spaltblockfeuer bauen. Dazu wird der Block gespalten und aufgestellt. Die Spalten zwischen den Scheiten füllst du mit Zunder. Sobald dieser die Innenseiten der Scheite zum Brennen gebracht hat, ist das Feuer bereit zum Kochen. Du kannst den unverbrannten Zunder aus der Spalte entfernen, um die Luftzufuhr zu verbessern. Obendrauf kann jetzt ein Topf platziert werden, um zu kochen. Das Feuer eignet sich bei Schnee oder nassem Boden.

Faltkocher

Hier im Onlineshop bieten wir auch Faltkocher bzw. Hobokocher an. Diese bieten einen geschlossenen Brennraum und stellen eine sehr sichere Alternative zu offenen Lagerfeuern dar. Ich verwende diese Art Kocher selbst sehr gerne. Man benötigt nur geringe Mengen an Brennstoff, weil die Brennkammer einfach kleiner ist und das Feuer nur eine gewisse Größe erreichen kann. Beim Kochen ist die Hitze besser verteilt und auch stärker konzentriert. Die vordere Öffnung erlaubt es auch mit Topf auf dem Kocher noch locker Holz nachzulegen. Durch die Öffnungen in den Seitenwänden könne Funken oder Stücke des Brennmaterials herausfallen. Deshalb solltest du eine sichere Unterlage wählen. Am besten baust du ihn auf einem größeren Stein auf.

Fazit

Es gibt viele verschiedenen Arten von Lager- und Kochfeuern. Ich bin sicher ihr konntet noch etwas lernen und habt vielleicht eine neue Art Feuer zu machen kennengelernt, die ihr auf eurem nächsten Trip ausprobieren könnt. Fragen und Anregungen gerne in die Kommentare!

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Ich bin gerne im Westerwald nördlich von Koblenz unterwegs. Wenn ich mich nicht durch den Wald schlage, bin ich am Rhein angeln!