Was ist Bushcraft?

Was ist Bushcraft?

In diesem Artikel möchte ich dir erklären wie meine Auffassung zum Thema und Begriff “Bushcraft” aussieht. Vielleicht bist du ja neu auf diesem Gebiet und möchtest dir deinen ersten Eindruck machen was dieser Begriff überhaupt bedeutet. Ich lade dich herzlich dazu ein im Kommentar Bereich deine eigene Meinung zu hinterlassen.

Sehen wir uns den Begriff näher an. “Bushcraft”, also auf Deutsch ungefähr Busch – Handwerk. Jetzt ist auch klar, wo mein Name herkommt :). Der Begriff ist Amerikanisch geprägt. Es geht also um die Fähigkeiten und das Wissen, welches euch hilft in der Natur oder dem Busch zu überleben.

Dabei kann “craft” aber auch als Künste übersetzt werden. Und das ist auch eine treffende Übersetzung. Jeder der schon einmal Zeit im Wald verbracht hat, um an seinen Fähigkeiten zu arbeiten, weiß wie schwierig das Perfektionieren dieser ist.

Die Kunst in der Natur zu überleben.

So lässt sich der Grundgedanke dieses Begriffes für mich zusammenfassen. Das Überleben für einen unbegrenzten Zeitraum. Dabei nutzt ihr alle euch zur Verfügung stehenden Ressourcen und könnt euch in die Natur integrieren.

Im Werkzeugkasten eines klassischen Bushhandwerkers finden sich eine breite Palette an Fähigkeiten und Wissen über seine Umwelt. Welche genau sind das? Er kann sich in jeder Umgebung einen witterungsfesten Unterstand aus Naturmaterialien bauen, um die Nacht zu verbringen.

Mit das wichtigste ist außerdem die Fähigkeit Feuer zu machen. Feuer gibt uns die Möglichkeit unsere Nahrung zuzubereiten. Es wertet unsere Nahrung auf und macht Mahlzeiten möglich, die uns länger und reichhaltiger Versorgen.

Nachts spendet es Wärme. Aber auch die Beschaffung der Nahrung gehört zum Repertoire eines Bushhandwerkers. Fallenstellen, Jagen und Sammeln. Gerade Fallenstellen ist in Deutschland natürlich verboten.

Ist das was die ganzen YouTuber und Instagram Größen machen überhaupt noch echtes bushcraften? Das ist eine durchaus berechtigte Frage.

Bushcraft mit Hängematte und Gas-Kocher?

Ich selbst verkaufe in meinem Shop Hängematten, Faltkocher und so weiter. Wenn man das ganze jetzt sehr konservativ interpretieren würde, könnte man behaupten das moderne bushcraften ist eher eine Abwandlung des Camping.

Immerhin lebt man weniger von dem, was einem die Natur bietet, sondern eher von der Ausrüstung und dem Essen das wir selbst mitbringen. Aber genau diese Form ist eben Massentauglich.

Wenn die einzige Möglichkeit Bushcraft als Hobby zu betreiben das Schlafen im Dreck voraussetzt, wäre es für die meisten keine Überlegung wert. Das wäre ein großer Verlust, denn dieses wunderbare Hobby schafft für viele wieder Zugang zur Natur und den eigentlich vergessen Techniken unserer Vorväter.

Es sensibilisiert viele Menschen für das empfindliche Gleichgewicht unserer Natur und wie wir mit dieser verbunden sind.

Also ja, für mich ist Bushcraft auch mit Hängematte und Gas-Kocher möglich. Man sollte sich aber vor Augen halten, das man diese ganze Ausrüstung auch mit den richtigen Fähigkeiten und Skills ersetzen könnte.

Allerdings muss ich mir da an die eigene Nase fassen, wenn ich mir meine Ausrüstung anschaue. Man benötigt keine Isomatte, ich könnte mir einfach einen Haufen aus Blättern und Reisig bauen. Genau das ist auch mein Ziel für die nächsten Overnighter und Ausflüge.

Ausrüstung reduzieren und einen Draht zum eigentlichen ursprünglichen Bushcraften finden. Das ist eine Entscheidung, die jeder für sich treffen sollte. Wenn die Monate wieder wärmer werden, würde ich euch alle aber gerne dazu einladen auch mal ohne Hängematte, Tarp und Schlafsack loszuziehen. Alles, was wir brauchen, können wir in der Natur finden und nutzen.

Natürlich ersetzt das nicht das wunderbare Gefühl neue Ausrüstung zu kaufen und zu testen. Zu erfahren wie sich die eigene Anschaffung nützlich macht und dir das Leben tatsächlich einfacher Macht, lässt sich nicht leicht ausgleichen. Gleichzeitig ist das Gefühl aus dem Nichts heraus Hilfsmittel zu schaffen, die dein Überleben sichern, ist ein ebenbürtiges Gefühl.

Langfristigkeit

Holzhütte

Viele Fähigkeiten beim Bushcraft drehen sich auch um den Bau von Langzeitlagern oder Maschinen und Werkzeugen, die ein langfristiges Überleben und Leben mit der Natur ermöglichen sollen. Wie man eine Hütte baut oder die Bearbeitung von Tierhäuten und Fellen.

Die Herstellung von Kleidung aus diesen und Techniken zum Jagen und Verarbeiten von Tierischer Beute. Die Beschaffung von Fleisch gehört zum eigentlichen Bushcraft dazu. Denn ohne ist ein Überleben in der Natur schwierig.

Der Fang von Fisch und auch das Kultivieren von Pflanzen kann hinzugezählt werden. Jetzt wird auch deutlich wo das ursprüngliche Bushcraft an seine Grenzen stößt. Man kann all die Dinge zwar imitieren, aber voll und echt ausleben lässt es sich nicht.

Allein aus rechtlicher Sicht ist das schon nicht möglich. Außerdem kann heutzutage niemand mehr die Zeit aufbringen ein solches Lager zu unterhalten oder eine Hütte im Wald zu bauen.

Die Möglichkeit ein Langzeitlager aufzubauen besteht realistisch nur auf Privatgrund. In einem öffentlichen Wald wärst du schnell gezwungen deine Bauten zu entfernen und jemand würde sie einfach abreißen.

Unterschied zum Survival?

Häufig fallen auch Begriffe wie Survival oder Notfall-Gear, Messer etc. Wo liegt dabei der Unterschied zum Bushcraften? Das ist recht einfach zu erklären. Eine Survival Situation entsteht unfreiwillig und bedroht direkt unsere Gesundheit und unsere Leben.

Wenn wir uns verirren, uns nach einem Flugzeugabsturz zurück in die Zivilisation kämpfen müssen oder auf einer einsamen Insel stranden. Aber auch schon die einfache Situation sich beim Spazieren im Wald zu verlaufen und plötzlich bricht die Dunkelheit herein, stellt eine Survival-Situation dar.

Dann müssen wir die Nacht im Wald überleben können, um uns am nächsten Tag orientieren zu können. Es handelt sich also um unfreiwillige Situationen. Bei Survival Gear handelt es sich meistens um kleinere extrem multifunktionale Ausrüstungsgegenstände, die wir zum Beispiel beim Wandern für den Notfall einpacken können.

Wie planen dabei nicht im Wald bleiben zu wollen wie beim Bushcraft, sondern bereiten uns auf einen Notfall vor. Viele Survival-Techniken behandeln auch das Nutzen von Alltagsgegenständen für dein Überleben. Wie du verschiedene Hilfsmittel umfunktionieren kannst und ähnliches.

Fassen wir zusammen.

Bushcraft ist die Kunst in der Natur zu Überleben und zu Leben. Wir haben aber festgestellt, dass Bushcraft in seiner ursprünglichen Reinform nicht mehr möglich ist.

Wir sind nicht mehr befugt die Natur in diesem Maß für uns zu Nutzen. Und das ist wahrscheinlich auch besser so. Nichtsdestotrotz leistet auch das moderne Bushcraften einen wichtigen Beitrag für unsere Natur.

Immer mehr Menschen werden durch dieses Hobby für die Natur sensibilisiert. Der Schutz der Natur, die uns dieses wunderbare Hobby ermöglicht, sollte eines unserer höchsten Ziele sein.

Am Ende kann natürlich jeder für sich selbst entscheiden, was bushcraften für ihn bedeutet.

Jetzt seid ihr gefragt. Was bedeutet Bushcraft für euch? Schreibt es mir unter diesem Beitrag und wir können unsere Ideen austauschen.

Schaut auch auf meiner Instagram Seite vorbei um weitere Eindrücke von meinen Produkten und Erlebnissen zu bekommen.

Bleibt sauber und bis zum nächsten Mal!

Bushcraft – FAQ

Was ist Bushcraft?

Die Kunst in der Natur zu überleben. Dabei nutzt du alle dir zur Verfügung stehenden Fähigkeiten und Ressourcen.

Wann mit Bushcraft anfangen?

Am besten nicht im Winter. Der Frühling bietet die besten Bedingungen.

Brauche ich viel Ausrüstung?

Das kommt auf dich und die Art deines Trips an. Zu Beginn reicht ein gutes Messer und ein ordentlicher Rucksack.

Ist Bushcraft legal?

Ja, keiner hält dich auf im Wald zu schlafen und Zeit zu verbringen. Feuer ist allerdings verboten!

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